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Forscher entschlüsseln…..

erstes Genom eines Kängurus

London (dapd). Zum ersten Mal haben Wissenschaftler das Erbgut eines der bekanntesten Beuteltiere entschlüsselt: des Kängurus. Die Wappentiere Australiens sind damit die dritten Vertreter der Beuteltiere, deren Gene nun zur Gänze bekannt sind. Die Entschlüsselung sei ein Meilenstein in der Erforschung der Säugetierevolution, sagen die Forscher im Fachmagazin ” Genome Biology”, das in Kürze erscheinen wird. Denn sie liefere wichtige Informationen darüber, wie sich die Beuteltiere von den Plazentatieren - unserer Säugetiergruppe - unterscheiden.

Die Aufspaltung beider Tiergruppen ereignete sich vor rund 130 Millionen Jahren. Die Plazentatiere begannen, ihre Jungen bis zu einem relativ weit entwickelten Stadium im Mutterleib auszutragen. Bei den Beuteltieren wird der Nachwuchs dagegen völlig unreif geboren und reift dann einige Monate im Beutel der Mutter nach. Die neue Studie zeigt, wie diese ungewöhnliche Art der Fortpflanzung zustande kam und wie sie sich genetisch von den Plazentatieren unterscheidet.

Untersuchungsobjekt des internationalen Forscherkonsortiums war das Tammar-Wallaby (Macropus eugenii), eine der kleinsten Känguruarten Australiens. Von ihm analysierten die Forscher nicht nur die reine Abfolge der Gene, sie prüften auch, welche davon an- oder abgeschaltet sind. Dieses sogenannte “Transkriptom” gibt einen noch besseren Einblick in die Funktionsweise des Känguru-Erbguts. Auch der Vergleich mit der menschlichen Genetik sei dadurch leichter, schreiben die Wissenschaftler.

Im Erbgut des Kängurus sind besonders Gene, die das Immunsystem von Mutter und Kind stärken, stark vertreten. Einige von ihnen sorgen dafür, dass die Muttermilch der Kängurus Antibiotika enthält. Diese schützen die Jungen im Beutel vor Infektionen, beispielsweise mit Darmkeimen. “Diese Entdeckung könnte sogar dabei helfen, zukünftig neue Behandlungen auch für menschliche Erkrankungen zu entwickeln”, sagt Marilyn Renfree von der University of Melbourne, eine der Leiterinnen der Studie.

Die Erbgutanalyse enthüllte zudem, warum die Tammar Wallabys besonders gut riechen können: 1.500 Gene sind allein dazu da, den exzellenten Geruchssinn zu kontrollieren.

Auch für das außergewöhnliche Fortpflanzungssystem der Tammar Wallabys gibt es jetzt eine Erklärung: “Die Weibchen paaren sich schon einige Stunden nach der Geburt ihres Jungen wieder, aber die Entwicklung des dabei entstehenden Embryos wird dann für elf Monate verzögert”, schreiben die Forscher. Welche Gene an dieser Verzögerung beteiligt sind, konnten sie nun erstmals feststellen.

Die Pause gibt der Mutter genügend Zeit, um zunächst ihr bereits im Beutel sitzendes Junges noch für rund neun Monate zu nähren. Die Verzögerung ist aber auch für eine weitere Besonderheit verantwortlich: Der Zyklus aller wildlebenden Tammar-Wallaby Weibchen ist synchronisiert. Sie gebären ihre Jungen alle um den 22, Januar herum, genau einen Monat nach dem längsten Tag auf der Südhalbkugel.

Das Känguru-Genom ist ungewöhnlich klein: Es besteht nur aus rund 2,9 Milliarden Bausteinen, den Basen der DNA. “Die geringere Größe des Tammar-Erbguts verglichen mit dem menschlichen ist wahrscheinlich nicht auf weniger Gene oder Veränderungen der Genlängen zurückzuführen”, schreiben die Forscher. Stattdessen seien die Zentromeren, die Verbindungstücke zwischen den beiden Hälften der Chromosomen bei den Kängurus stark verkleinert.

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