Die Rückkehr des Kakapo

August 5th, 2009 by admin

Er sieht aus wie eine Kreuzung aus Wellensittich und Eule, ist ein nachtaktives Schwergewicht und tut sich mit dem Paaren schwer: der Kakapo.

Der flugunfähige, vom Aussterben bedrohte Papagei lebt nur in Neuseeland, wo in diesem Jahr die Rekordzahl von 124 Vögeln verzeichnet wurde.

 

Die Neuseeländer verfolgen den Werdegang der 34 neugeschlüpften Mini-Papageien mit großem Interesse. Nyia Strachan, Mitarbeiterin des Department of Conservation (DoC), erzählt, dass alle Küken wohlauf sind. Einige konnten zu ihren Müttern zurückkehren, aber die Mehrzahl musste per Hand aufgezogen werden. Anfang Juli wurden alle Kakapo an geheimen Plätzen in die Wildnis entlassen.

Früher lebten in Neuseeland Tausende dieser Papageien, doch die Besiedlung durch europäische Einwanderer führte dazu, daß die Zahl der Kakapos auf eine Handvoll schrumpfte. Riesige Gebiete wurden für Bauernhöfe gebraucht, die Raubtiere wie Katzen, Frettchen und Ratten mit sich brachten. Diese Tiere konnten Kakapos leicht töteten, weil die Papageien sie nicht als gefährlich erkennen.

Die lange Abwesenheit von natürlichen Feinden führte zur Flugunfähigkeit des Kakapos, wodurch der Vogel heutzutage fast schutzlos ist. Die nun fest verwurzelte Schutzstrategie der Kakapos ist, sich völlig bewegungslos zu verhalten und die Federn als Tarnung einzusetzten. Vor Jahrhunderten funktionierte das gut. Damals jagte der der größte Feind der Kakapos, ein riesiger Adler, über Sichtkontakt. Heute aber ist diese Strategie unbrauchbar: Jagende Säugetiere folgen Gerüchen, und leider verströmen Kakapos einen starken, moschusartigen Duft.

Mit der Fortpflanzung lassen sich die Vögel Zeit. Die Männchen werden erst mit fünf Jahren geschlechtsreif, die Weibchen brauchen noch länger. Und dann legen sie nur alle zwei bis vier Jahre Eier. Die Tatsache, dass im Jahr 2009 insgesamt 34 Küken geschlüpft sind, gilt als großer Glücksfall.

Kakapos sind so selten, dass in Neuseeland jeder einzelne mit Namen bekannt ist. Der Star der Show ist Sircocco. Wegen einer Krankheit war er der erste.Kakapo, der von Menschen aufgezogen und nicht wieder in die Wildnis entlassen wurde. Sirocco versteht sich nicht mit seinen Artgenossen und ist zur Paarung völlig ungeeignet.

Seine Gewöhnung an Menschen gibt Besuchern die einmalige Gelegenheit, einem Kakapo zu begegnen. Vom 26. September bis zum 26. Oktober 2009 wird Sirocco auf Ulva Island zu sehen sein.

Danke an Newzealand.com

 


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