Ölpest vor Australien

März 17th, 2009 by admin

Brisbane (AP) Die Ölpest vor der australischen Sonnenscheinküste ist offenbar weitaus schlimmer als bisher angenommen. Nach der Havarie eines Containerschiffs floss laut offiziellen Angaben vom Sonntag etwa zehn Mal mehr Öl aus als bisher vermutet. Die Behörden des Staates Queensland haben die Küstenregion im Osten Australiens am Freitag zum Katastrophengebiet erklärt. Nach jüngsten Schätzungen flossen etwa 250.000 Liter Öl ins Meer, wie der stellvertretende Ministerpräsident von Queensland, Paul Lucas, am Sonntag erklärte. Zunächst seien die Behörden von 20.000 bis 30.000 Litern ausgegangen. Bis Sonntag konnte laut Lucas etwa die Hälfte der verseuchten Strände gereinigt werden. Hunderte Helfer waren das gesamte Wochenende über im Einsatz. Mehrere Strände blieben noch gesperrt. Die Behörden rechneten damit, dass die Reinigungsarbeiten noch einige Tage dauern werden. «Die Schlacht ist noch lange nicht vorbei, aber das Blatt hat sich zu unseren Gunsten gewendet», sagte Lucas.Der Ölteppich bedroht seit der Havarie des Frachters «Pacific Adventurer» am Mittwoch einen 60 Kilometer langen Abschnitt der Sonnenscheinküste. Einige der bei Touristen besonders beliebten Sandstrände wurden auf einer Länge von mehreren Kilometern verschmutzt. Die Regierung von Queensland drohte der britischen Reederei Swire eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe an. Sie warf dem Unternehmen vor, die Behörden über das Ausmaß der Verschmutzung getäuscht zu haben.

Swire wies diesen Vorwurf am Sonntag zurück. Die Reederei habe die Menge des ausgetretenen Öls stets nach bestem Wissen angegeben. Die Schätzungen seien aber unter schwierigen Bedingungen erfolgt und deswegen zunächst zu niedrig ausgefallen. Zudem sei anfangs ein zweites Leck übersehen worden, aus dem ebenfalls Öl austrat. Swire drohen Geldstrafen bis etwa 250 Millionen australische Dollar (124 Millionen Euro).

Am schwersten betroffen von der Ölverschmutzung waren die Nationalparks auf den Inseln Moreton und Bribie nördlich von Brisbane. Mitarbeiter der Umweltschutzbehörde fanden nach eigenen Angaben ein Dutzend Vögel mit ölverschmiertem Gefieder. Räumfahrzeuge rückten an, um den schwarz verseuchten Sand abzutragen. Die Behörden befürchteten, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter verschlechtern wird. Das nördlich von der Sonnenscheinküste gelegene weltberühmte Great Barrier Reef war nicht bedroht.


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