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Zwei alte Hasen (Gitti und Kiwi) und ich, als absoluter Neuling besuchten
die Anlage der NOP.
Wir fuhren von Heidelberg um ca. 7 Uhr morgens los und kamen um ca. 10
Uhr auf dem Parkplatz der NOP an.
Leider muss erwähnt werden, dass eine Ausschilderung von der Autobahn
oder Bundesstraße her nicht vorhanden ist. Wir hatten uns bei der
erstbesten Tankstelle in Veldhoven erkundigt und erhielten eine sehr nette
Auskunft in schriftlicher Form (Diese
Beschreibung könnt Ihr euch hier ansehen und ausdrucken).
Nach dieser Wegbeschreibung erreichten wir unser Ziel ohne
Probleme. Leider hatten wir mit dem Wetter nicht so viel Glück. Es
war nur etwa 15 Grad und bewölkt, aber kein Regen. In Germany-Land
soll das 1.Mai-Wetter super gewesen sein.
Am Parkplatz angekommen fielen uns als erstes zwei freifliegende Aras
auf, die sich in den Tannen aufhielten und die
Besucher mit ihren Rufen begrüßten. Diese herrlichen Geschöpfe
im Freiflug zu sehen oder ihr Verhalten untereinander zu beobachten ist
herrlich - einfach unbeschreiblich.
An der Kasse / Rezeption erhält man entweder Tageskarten oder Jahreskarten.
Wir entschlossen uns, die Jahreskarte zu nehmen. Nicht, weil wir evtl.
dieses Jahr noch mal kommen wollen, sondern, weil wir wissen, dass jede
Mark den Papageien zu gute kommt. Für Sammler von Papageienfiguren
ist in der Rezeption vorgesorgt. Aber auch T-shirts und Papageienstofftiere
und Aufkleber sind zu erhalten. Auch diese Gelder kommen den Papageien
zu Gute. Das Personal ist sehr freundlich und bemüht, Fragen in Deutsch
zu erklären. Leider gibt es eine Parkbeschreibung nur in Holländisch,
da sich bisher noch niemand gefunden hat, die Übersetzung ins Deutsche
kostenlos zu übernehmen. (Vielleicht findet sich ja hier jemand,
der es gerne übernehmen möchte).
Unser erste Sichtung war eine große runde Voliere mit etlichen Sittichen.
Schon auf dem Weg dorthin sahen wir die größeren Volieren mit
Kakadus (Weishauben-, Molluken- und Gelbhaubenkakadus) drin. Als Papabesitzer
reizt dies einen
natürlich mehr und so besuchten wir auch gleich diese ehemaligen
wunderschönen Tiere. Es ist eine Anlage direkt hinter der Rezeption
und setzt sich aus ca. acht nebeneinander stehenden Volieren zusammen.
Die Volieren sind durch doppelte Gitter von einander getrennt. Jede Voliere
hat einen angrenzenden Schutzraum, in den die Tiere nach Lust, Laune und
Wetter rein oder raus gehen können.
In jeder Voliere versucht man eine Paarbildung (Hahn + Henne / Hahn +
Hahn / Henne + Henne) oder Gruppenbildung zu erreichen, was leider nicht
immer möglich ist (Krankheiten oder Aggressivität der einzelnen
Papageien). Man merkte sofort, dass sie sehr menschengeprägt sind,
denn jeder wollte als erstes gekrault werden. Kam man an eine Voliere,
so hingen sie gleich, wie die Kletten an den Gittern. Wurde Einer in der
Nachbarvoliere nicht gleich beachtet,
so konnte es schon vorkommen, dass sie sich durch lautes Rufen bemerkbar
machten. Einige waren auch darunter, die anscheinend mit dem Menschen
schlechte Erfahrung gemacht hatten und hielten sich lieber im Hintergrund
auf, welches eigentlich die Ausnahme war.
Folgt man dem Rundweg, so kommt man dann an eine Anlage, die vielleicht
nicht jedem so gefällt, wie sie ist. Die Volieren sind seitlich gemauert
und versetzt angereiht. Jede Voliere wiederum
hatte einen eigenen Schutzraum. Ein Teil der Volieren war aber auch mit
Papageiendraht noch etwas vorgebaut, so dass jeder den anderen zwar sehen
konnte, aber z.B. nicht in die Füße beißen konnte. Auch
das Dach dieser Volieren war vergittert, so dass die Tiere auch Regen,
Sonne und Wind erleben können. In diesem Bereich waren wieder in
jeder Voliere nur ein bis zwei Amazonen. Z.B. saßen in der einen
Gelbstirnamazonen und in der Nachbarvoliere
Blaustirnamazonen. An der äußersten Ecke der Anlage befand
sich eine größere Eckvoliere in der Kakadus saßen. Um
die Ecke herum waren wieder versetzte Volieren, die immer mit ein bis
vier einer Art besetzt waren. Hier waren z.B. wieder Gelbhaubenkakadus,
Gelbstirnamazonen und Nacktaugenkakadus untergebracht. Seit diesem Volierenabschnitt
weiß ich, wie laut Amazonen und Kakadus werden können. Ich
dachte wirklich mein Trommelfell fliegt weg.
Zwischen den einzelnen Anlagen gibt es reichlich Grünflächen
und Bäume mit oder ohne Möglichkeit zum hinsetzen und Beobachten.
Das
nächste war ein Schutzhaus, dass eine rundgestaltete
Wiesenfläche mit einer umgebenden Mauer (ca. 80 cm hoch) hatte. Hier
waren die flugunfähigen Papageien untergebracht. Es waren Amazonen,
ein Ara und Kakadus darunter. Ein kleines Gelbhaubenkakadu mit zwei gebrochenen
Flügeln stampfte durchs Gras. Ein Ara kletterte auf einem Ast herum.
Jeder tat das, wonach ihm gerade war. Hier trafen wir auch wieder auf
die freifliegenden
Aras, die sich bei den Besuchern das gekaufte Futter erbettelten. Die
beiden Aras lebten letztes Jahr auch noch hier auf diesem Wiesengrundstück
mit vielen Klettermöglichkeiten.
Von zwei Seiten umringt wurde diese Anlage wieder von Volieren mit Schutzräumen
und immer mit ein oder zwei Papageien darin. Es waren Weißhauben-
und Molukkenkakadus und Aras. Teilweise sehr arme Teufel darunter. Ein
rupfender Molukke hatte keine Federn mehr am Körper, nur noch an
den Flügeln, am Schwanz und am Kopf. Durch die immer wiederkehrende
Beseitigung der Federn hat sich die Haut blau-schwarz verfärbt und
ist dadurch lederartig und sehr schuppig geworden. Hier wächst keine
Feder mehr. Was muss dieser arme Kakadu mitgemacht haben, bis ihn seine
Besitzer endlich in gute Obhut gebracht haben.

Folgt man dem Rundweg, so kommt man an verschiedenen kleinen
Volieren mit Schutzräumen
vorbei.
Hier sind mehrere Timnehs untergebracht, die sich rupfen und Diät
erhalten. Sicherlich lebergeschädigte, die meist reichlich mit fetthaltigem
und falschem Futter, wie Nüsse (meist Erdnüsse) und Sonnenblumenkerne
ernährt wurden. Hier wird versucht, den Tieren zu helfen, indem man
sie unter ärztlicher Betreuung hält und gezielt ernährt.

In der nächsten Voliere saßen dann mehrere Amazonen mit eigenem
Schutzhaus. Hier habe ich erstmals erlebt, dass Amazonen auch sprechen
können und nicht nur brüllen. Zwei Videodateien
könnt Ihr euch hier anschauen .
Die nachfolgende Volierenstation beherbergt wieder Graupapageien (Kongos).
Arme Seelchen, die aber mehr oder weniger gerne an die Gitter kamen und
sich kraulen ließen.
Auf der linken Seite des Rundweges eröffnete sich ein Riesen-Voliereanlage,
die ein Dreieck bildet. Die Voliere hat 2500qm
und jeder Innenschenkel mist ca. 80 m Länge. In einer der Ecken war
das Schutzhaus der Vögel. Wie viele Papageien wirklich drin waren,
lässt sich schwer sagen, da etliche noch im Schutzhaus waren, die
anscheinend nicht raus wollten. Es waren verschiedene Amazonen, Kongo-Graupapageien
und verschiedene
kleine Arten von Kakadus da. Eine Amazone stach durch ihre Aussage besonders
hervor. Sie sagte immer: "mmmmhhhh leckerrrr".
Man konnte wunderbar die sogenannte Hackordnung unter den Amazonen beobachten.
Der Stärkere war immer zuerst am Gitter und bettelte nach Zuwendung
und Futter.
Meine Lieblingskakaduart, der Goffin-Kakadu war auch mit von der Partie.
Jetzt konnte ich ihn das erste Mal in Natura erleben und bin immer noch
von deren Gesichtsausdrücken tief beeindruckt.
 Am
Ende des Volierendreiecks angekommen, ging es über den Hauptweg in
eine Großraumvoliere. Ja, es ist richtig: in diese Voliere dürfen
die Besucher rein und können die darin lebenden Sittiche hautnah
erleben. Natürlich sind alle sehr gut ernährt, da ja jeder Besucher
gut Futter geholt hat (so richtig kleine Brathähnchen). Es gab
verschiedene Halsbandsittiche, Rosellasittiche, ein Pärchen Hahns
Zwergaras, Nymphensittiche und einige andere Sitticharten, die ich leider
Namentlich nicht aufführen kann, da ich sie nicht
kenne.
Ich kann nur eines sagen: eine wunderschöne Farbenpracht. Die Sittiche,
die satt waren konnte man auch wunderschön in ihrem sozialen Gefüge
beobachten. Da haben grüne und blaue Halsbandsittiche miteinander
geschnäbelt, wieder andere sich gegenseitig geputzt, gebalzt oder
gestritten.
Ein wirklich schönes Erlebnis war in dieser Voliere, dass einer diesermopsigen
Art mit Gitti geschmust und gespielt hat. Er wollte eigentlich gar nicht
aufhören. Hatte ihn Gitti Richtung Klettergerüste gesetzt, so
war er kurzerhand wieder bei ihr auf der Schulter und wir dachten schon,
der geht jetzt mit raus. Er war gar nicht mehr zu sättigen. Ihm war
das Futter ganz egal geworden. Hauptsache es hat sich jemand endlich mal
um ihn gekümmert. Und wieder habe ich mich gefragt, wie man so ein
(zwar nicht farbenfrohes) liebes Tier hergeben kann.
.
Weiter den Rundweg entlang, gelangte man an einem kleinen See vorbei,
in dem etliche Wasserschildkröten lebten. Auf dem
Weg stand man nun vor einer Voliere, die andere Arten als Papageien beherbergte.
Es waren vier Schneeeulen darin und zwei Vögel, für uns unbekannte
Art. Die Voliere bestand im Prinzip aus zwei Stahlträgern, die im
Dachteil so gebogen waren (es sah fast wie ein "M" aus, in dem
das Mittelteil die Aufhängung für das Auto ist), dass darauf
ein VW-Käfer gestellt wurde, den die Vögel als Landeplatz und
evtl. als Versteckmöglichkeit zur Verfügung hatten. Er ist so
platziert, dass die Vögel über ihm durchfliegen konnten. Über
diesem Ganzen ist ein feinmaschiges stabiles Vogelnetz gespannt und am
Boden befestigt.
Neben dieser Voliere ist dann rechter Hand ein Teich, der von hiesigen
Wasservögeln bewohnt ist. Auch ein Pärchen Störche waren
mit von der Gesellschaft.
Der Rundweg geht dann weiter und man gelangt dann wieder an kleineren
Volieren mit Schutzraum, in denen dann nochmals kleinere Arten von Kakadus
leben.

Als
Krönung des ganzen Parks kommt man dann in eine Volierenanlage, in
welcher der Besucher eigentlich der eingesperrte ist. Ein Gittertunnel
führt durch die zusammen gebauten Volieren (drei Volieren a 30m lang
x25m breit x 5m hoch). Die Vögel klettern um einen herum und betteln
wie alle anderen nach Zuwendung und Futter. Hier sind alle möglichen
Arten (Amazonen, Graupapageien, Kakadus und Aras) gemischt zu Hause.
Übrigens sind alle Behausungen der Vögel, auch die kleineren,
mit reichlich Holzstämmen (in verschiedenen Durchmessern) und Klettergestellen
versehen. Auf dem Boden wächst üppig Gras und an den Dächern
sind auch ein paar Meter überdacht, im Falle, dass sich doch der
eine oder andere vor den Witterungen schützen will.
An der Frontseite befindet sich der Schutzraum in luftiger Höhe (unter
diesem man Unterstellmöglichkeiten für Gerätschaften geschaffen
hat).
Nach dieser Anlage stößt man dann auf die Krankenstation. Dort
sind Außenvolieren mit Bodengittern auf Holzpfählen stehen.
Auch hier achtet man darauf, dass die Papageien zu zweit sind. Diese Volieren
sind nicht die Volieren, die ich gut finde, aber nach Erklärung meiner
fachlichen Mitstreiter, muss ich mich deren Meinung anschließen.
Diese sind gut für Papageien, die z.B. nicht mit ihrem Kot in Berührung
kommen sollen (Krankheiten usw.). Auch ist ein Leichtes für die Pfleger,
an eine "reine"
Kotprobe für eine Untersuchung zu kommen. Durch diese Bauart ist
eine leichte und gründliche Reinigung möglich, da die Tiere
keinen Bodenkontakt haben. Kletter- und Sitzmöglichkeiten sind selbstverständlich
auch hier gegeben. Es sind ca. 10 Außenvolieren an ein Gebäude
mit Schutzräumen gebaut, in den Maßen von ca. 1.5m Länge
x 1,5m Breite und 1m Hoch. Untergebracht sind hier auch sogenannte Einzeltiere
und Paare. Es gibt Amazonen, Sonnensittiche, Kakadus und Aras.
Weiter auf dem Rundweg gelangt man dann an eine große
Voliere mit Schutzraum, in der nur Nymphensittiche sind.
Man glaubt es kaum, in der nächsten Anlage waren Hühner und
Tauben der unterschiedlichsten Art untergebracht.
Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich nochmals Volieren
mit Papageien (anscheinend war diese Einrichtung der Grundstock der Anlage,
denn hier waren die "Käfige" kleiner gebaut und nicht unbedingt
artgerecht).
Und der Abschluß des Rundganges beendet dann ein Gehege mit zwei
Hängebauchschweinen, Gänsen, Hühnern und Enten.
An mehreren Stellen des Parks wird noch gebaut und so konnten
wir nur von weitem die Anlage der Agaponiden sehen. Sie
besteht auch aus einer großen Außenvoliere, in der sich sehr
viele Bambusstangen mit vorgebohrten Löchern befinden, die anscheinend
sehr gerne von den Unzertrennlichen benutzt werden, denn der Ansturm hinein
und hinaus zu fliegen war groß. Wie viele dort untergebracht sind,
konnten wir leider nicht erkennen, aber wir werden wieder kommen und können
sie dann ja in Augenschein nehmen.
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