kiwilogo aus_banner Kiwi1
Bild
Zurück zur Homepage
Kiwi's Linksammlung
Kiwi's Linksammlung
unterkunft

TIPP:
Privat-
Unterkuenfte

Atherton
North Queensland

Nambucca Heads
New S. Wales







Bevölkerung des Kontinents


Australien´s Geschichte




Vor mindesten 50 000 Jahren bevölkerten die Aborigines den australischen Kontinent. Höchstwahrscheinlich kamen sie aus Südostasien. Sie bevölkerten anfangs ganz Australien, wurden aber mit dem Eintreffen der Weißen stark dezimiert. Heute gibt es noch ca. 220 Aboriginie-Stämme; die meisten der Uraustralier wohnen heute in den Städten.


Die Chinesen hatten als erste Kenntnis von Australien. Die Nordküste wurde Jahrhunderte vor den Europäern von Indonesiern entdeckt und bevölkert. Es herrschte Uneinigkeit, welche Nationalität die ersten europäischen Ankömmlinge auf dem "neuen" Kontinent hatten. Einige Historiker behaupten, dass es die Portugiesen waren, welche die ersten Europäer in Australien waren.


Der erste Europäer war Willem Jansz, ein holländischer Seefahrer, der den Golf von Carpentaria 1606 entdeckte. Andere Holländer strandeten sowohl auf der West- und Südküste Australiens. 1770 gelang es dem Engländer James Cook, als erster Europäer Aufzeichnungen von seinen Entdeckungen entlang der Ostküste niederzuschreiben. Er nannte diese Küste "New South Wales" und nahm es für England in Besitz.





Die erste Flotte verließ England 1787 mit Verbrechern und ihren Wachen an Bord, um in der Bucht von Botany eine Siedlung zu errichten. Sie erreichten die Botany Bay 1788. Arthur Phillip von der "Royal Navy" war der Kommandant der Flotte und der erste Gouverneur von New South Wales. Phillip übersiedelte am 26. Januar 1788 die Siedlung in die Bucht von Sydney. Diese erste Kolonie von New South Wales war dem Hungertod nahe, aber 1792 war bestand für sie keine Gefahr mehr. Die Korporäle von New South Wales entwickelten ein Handelsmonopol in der Kolonie und waren machtvoll genug, um den Gouverneur William Bligh in der "Rum-Rebellion" 1808 zu entthronen. Der neue Militärgouverneur Lachlan Macquarie bewies, dass er der fähigsten Administrator der Kolonie war.


1830 wurde die Einwanderung von Siedlern in die australischen Kolonien gefördert. Als die Anzahl der Siedler anstieg, veränderte sich die Gesellschaft in den Kolonien. 1840 stoppte man den Transport von Verbrechern nach New South Wales. Der Grund hierfür war die festgelegte Obergrenze im Bezirk von "Port Phillip" in den 40er-Jahren. Die Überstellung von den Kriminellen nach Tasmanien wurde 1851 abgeschafft, diese nach Westaustralien im Jahre 1870. Die Aborigines hatten sehr unten den Europäern zu leiden und während der 50er-Jahre glaubten die meisten Kolonialisten, die Aborigines seien eine aussterbende Rasse.


Die Eroberung war anfangs auf die Küstengebiete beschränkt. Die Ausbreitung ins Landesin-nere begann mit dem Überqueren der "Blue Mountains" 1813 und öffnete nun den gesamten Kontinent. Während der 1820er-Jahre wurde viel auf die Wollindustrie gesetzt und in den 30er-Jahren kam es zu einem richtigen Boom.


1851 wurde in New South Wales und Victoria Gold entdeckt, was die Wirtschaft Australiens ankurbelte. Das Gold zog viele Einwanderer an und schmiedete die Grundlage für das Wirt-schaftswachstum. Es half auch, Demokratie in die Kolonien zu bringen. Die einzige Ausnah-me war Western Australia, das erst 1890 die Demokratie annahm.


In den 90er-Jahren kamen die Kolonien überein, sich zu einer Staatsunion zusammen zu schließen, um das Commonwealth of Australia zu bilden. 1899 und 1900 entschieden sich die Wähler zur Vereinigung. Die neue Nation wurde am 1.1. 1901 ausgerufen.


Aufbau einer Nation


Das erste Parlament schloss sich 1901 mit Edmund Barton als Premierminister zusammen. Die Parteien im Parlament einigten sich auf drei Parteiprogramme. Diese waren ein "weißes" Australien, ein Schiedsgericht und der imperialistische Nationalismus. Aber die Gruppierungen einigten sich nicht auf ein Wirtschaftsprogramm. Einige Gruppen wollten eine Protektionswirtschaft während andere für eine freie Marktwirtschaft eintraten. Alfred Deakin ging als der wichtigste Premier-Minister Australiens hervor. Er brachte zwischen 1903 und 1910 die Protektionswirtschaft erfolgreich in die Parteiprogramme ein. Auch von großer Bedeutung war der "Entscheid von Harvester" 1907, der die Einkommen auf eine Basis brachte. 1909 machte Deakin die Nicht-Labor-Gruppierungen zur "Liberal Partei", den Liberalen Australiens. Das 2-Parteien-System war eingeführt.


Der Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde von Australien mit patriotischen Enthusiasmus be-grüßt. Die "Australien Imperial Force" - eine Armeetruppe - wurde gegründet und nach Ägypten geschifft. 1915 startete Australien gemeinsam mit Soldaten Neuseeland einen An-griff auf eine mittelmeerländische Küste bei Gallipoli (Tk). Dieser Angriff schlug allerdings fehl und forderte Australien der Enthusiasmus zu sinken. Der Versuch vom Premier Minister William Morris Hughes von der "Labor"-Partei, eine Gruppe für Übersee-Militär-Einsätze ins Leben zu rufen, schlug fehl und teilte die Partei. Hughes verließ die "Labor-Partei" und grün-dete die "Nationalisten-Partei". 1917 schlug auch sein zweiter Versuch, diese Gruppe zu bilden, fehl.


In den 20er-Jahren wuchsen Wirtschaft und Übersee Markt mit Hilfe des Parteiprogrammes "men, money and markets" (Männer, Geld und Märkte). Die Unterstützung der Industrie stieg weiter an und die Landwirtschaftsproduktion wurde unterstützt. Die Einwanderungsrate stieg an. Eine Koalition der "Nationalists"- und der "Country"-Partei wurde von 1923 bis 1929 unter der Führung von Stanley Melbourne Bruce an die Macht gebracht.


Diese Koalition wurde 1929 von einer "Labor"-Regierung unter der Führung von James Scullin abgelöst. Eine Kontroverse in den 20ern spielte eine große Rolle im föderalistischen Schiedsgericht. Während der großen Wirtschaftskrise, die 1930 ihren Anfang hatte, verfolgten die Regierungen wirtschaftliche Ziele, die zur Deflation führen sollten: Ausgaben einzu-schränken und das Budget auszugleichen. Die Arbeitslosigkeit erreichte im Jahre 1933 ihren Höhepunkt. Die "Labor"-Partei zersplitterte bei der Bekämpfung der Krise. Joseph Lyons, ein ehemaliges Mitglied der Arbeiterpartei, trat den Nationalsozialisten bei und formte die neue "United Australia Partei", die 1932 die Wahlen gewann. Im gleichen Jahr wurde der Premier der "Labor"-Partei unter mysteriösen Umständen vom Staatsgouverneur abgesetzt.





Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde die 2. Australian Imperial Force geformt. Die Truppen wurden nach Nordafrika und ins Mittelmeergebiet beordert. Im Jahre 1942 schien Australien in großer Gefahr zu sein, von den Japanern eingenommen zu werden. Aber die Japaner wurden von amerikanischen Seetruppen und von australischen Bataillons zurück ge-schlagen. Australien fand einen fähigen Anführer in der Person von John Curtin, einem Mitglied der "Labor"-Partei, der die australischen Kräfte und Ressourcen mobilisierte, um der japanischen Gefahr zu begegnen. Curtin starb 1945, kurz vor Ende des 2. Weltkrieges. Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit veränderten die australische Gesellschaft. Die Produktion erreichte einen immer höheren Wichtigkeitsgrad, und eine massive Einwanderungswelle ver-änderte die ethnischen Strukturzüge Australiens.


In den Wahlen des Jahres 1949 verlor die "Labor"-Partei die Mehrheit, und eine Koalition der Liberalen mit der "Country"-Partei unter der Führung von Robert Gordon Menzies wurde vom Volke zur stärksten Partei gewählt. Diese Koalition blieb bis 1972 an der Macht. 1955 entstand aus einer Aufsplittung aus der "Labor"-Partei, von der Mitglieder mit Kommunisten sympathisierten, eine weitere Partei - das "Union Movement". Die 50er-Jahre waren politisch stabil und wirtschaftlich erfolgreiche Jahre für Australien.


Australien seit 1960


Weitergehendes Wohlergehen und die Entwicklung einer reichen Gesellschaft wurde in Australien von der Teilnahme des Landes am Vietnam-Krieg überschattet. Gegenstimmen zum Krieg aus ganz Australien und ein Gefühl, dass die Liberal-Ländliche Koalition nicht mehr für die Interessen des Landes einstand, führten dazu, daß Gough Whitlam die "Labor"-Partei im Jahre 1972 wieder an die Regierungsspitze brachte nachdem sie 23 Jahre lang die Oppositionspartei war.


Die Whitlam-Regierung war progressiv und reformistisch orientiert. Sie änderte das politische Bild in Australiens Außen- und Innenpolitik, aber die Unerfahrenheit der "Labor"-Partei führte dazu, daß Minister abtraten oder abgesetzt wurden. Die Regierung wurde auch durch eine stockende Wirtschaft, ansteigende Ölpreise, Inflation und einem feindlichen Senat behindert. Im Jahre 1975 gelang es dem Senat, das Budget der Regierung stark einzuschränken. Schluss-endlich blieben nur noch die zum Regieren unbedingt notwendigen Mittel. In der Verfassungskrise, die darauf folgte, intervenierte der Senat und setzte die Whitlam-Regierung ab. Malcom Fraser führte die Liberal-Ländliche Koalition zu einem landesweiten Sieg in den Wahlen 1975 und blieb bis 1983 an der Macht. Die Fraser-Regierung führte einschneidende Sparmaßnahmen durch,-Staatssubvention wurden stark eingeschränkt - und machten eine der Reformen der "Labor"-Partei rückgängig. Aber ihre Wirtschaftspolitik brachte nur wenig Verbesserungen für die Australische Wirtschaft, was schließlich zur Rezession führte. Die Arbeitslosigkeit stieg an, und es gab einen weiteren und plötzlichen Anstieg der weltweiten Ölpreise. Bei den Wahlen 1983 kehrte die "Labor"-Partei unter der Führung von Bob Hawke zur Macht zurück.


Die Gesellschaft


Während den 60iger Jahren wurde Australien zu einer reichen Gesellschaft. Dem wirtschaftlichem Wohlstand wurde durch einen Mineralienboom geholfen. Teenager erreichten einen höheren Prozentsatz als jemals zuvor. Die Arbeitsstruktur änderte sich mit der ansteigenden Zahl von Geschäftsleuten. Der Einfluss von Streiks war niedrig, da auf diese scharfe Strafen folgten. Freizeit nahm durch eine kürzere Arbeitswoche und durch längere Ferien zu. Wenn etwas entscheidend für den eklatanten Strich zwischen den 50er- und 60er-Jahren war, das ist es der Ausbruch der "Beatle-mania" im Jahre 1963 gewesen. Australiens Jugend hieß die Beatles fanatisch willkommen, als jene 1964 ihre "Fab Four`s Tour" auch durch Australien machten. Die Beatles revitalisierten Rock 'n Roll und wurden schnell als Führer in eine neue, junge Zukunft gesehen.


Die Beatles setzten neue Maßstäbe an Kleidung, Stil und Benehmen. Männer begannen, langes Haar zu tragen. Ein legerer Stil an Kleidung wurde eingeführt und schließlich von allen Gesellschaftsschichten getragen. Für Frauen begann das Zeitalter der Miniröcke, und die "Bienenstock-Frisuren" der 50iger-Jahre mußten dem längeren Haarschnitt weichen. Die Jugendbewegung erreichte ihren Höhepunkt mit der Hippie-Bewegung gegen Ende der 60iger-Jahre. Wie ihre Gegenstücke in Europa, begannen sie, an ihren Eltern zu zweifeln und deren Einstellung und Aspekte wie Moral, Ehre und Disziplin zu hinterfragen.


Auch die Frauenbewegung begann während der späten 60iger-Jahre. Eine der wichtigsten internationalen Frauenrechtler-Führerinnen war die Australierin Germaine Greer. Frauen verlangten gleiche Bezahlung und versuchten, Arbeitsbedingungen zu ändern, wie zum Beispiel die Pflicht, nach einer Heirat zum Arbeiten aufhören zu müssen. Ein höherer Prozentsatz an Frauen begann, Karriere außerhalb des eigenen Hauses zu machen.


Die Aborigines, lang die vergessenen Australier, erzwangen sich während der 60iger-Jahre ihren Weg in das Australische Bewusstsein . Militante Aktionen von den Aborigines ausgeführt, brachten Interesse für ihren Lebensstandard und führten dazu, dass schwarze Arbeiter genauso viel bezahlt bekamen wie Weiße.


Eine konstitutionelles Referendum im Jahre 1967 gewährte den Aborigines das Wahlrecht und ließ die Regierung ihre eigene Selbständigkeit beim Regieren ausüben. 1971 wurden die Aborigines zum ersten Mal in der Australischen Volkszählung gezählt. Im Hinblick auf die Kunst begann die Filmindustrie, stattliche Hilfe zu bekommen und legte so den Grundstein für ihren Wachstum in den 70igern.


Hauptsächlich zwei Sachen veränderten die Australische Gesellschaft währen der 60iger: zum einen die Technologie, und zum anderen der Vietnam-Krieg. Die moderne Technologie brach die Isolation des Landes nieder und machte neue Trends, Mode und Ansichten für alle sofort greifbar. Der Vietnam-Krieg veranlasste viele Leute, sowohl am Krieg als auch an ihrer Gesellschaft zu zweifeln.


Auch die australische Eßgewohnheiten änderten sich um 1960: Chinesische, deutsche und einige italienische Restaurants gab es zwar schon während des zweiten Weltkriegs, aber zusätzlich zu den jeweiligen Landesgerichten gab es noch immer solide, typisch australische Speisen. Aber während der 60iger-Jahre kamen viele Europäer und asiatische Immigranten nach Australien und änderten die dortige Esskultur. Um 1980 waren Speisen von Ungarn, Griechenland, Indonesien, Thailand, Libanon, Frankreich, Schweden, Spanien, Mexiko, der Türkei, Indien, Sri Lanka und viele andere in den größten Städten von Australien erhältlich. Australien war noch immer von Fleischessern dominiert, aber Huhn- und Fischgerichte wurden immer beliebter. Die Austern, vor vielen Jahren als "Arme-Leute-Essen" angesehen, wurden zum Luxus, und Austernfarmen wurden errichtet.


Der Vietnamkrieg


Australiens anti-kommunistische und pro-amerikanische Außenpolitik führte zur Teilnahme beim Vietnamkrieg. 1954 wurde Vietnam geteilt. Im Norden bildeten die kommunistisch geführten Nationalisten, die Viet Minh, eine Regierung. Der Süden wurde von Anti-Kommunisten kontrolliert, die von den Amerikanern unterstützt wurden. 1962 sandte Australien Armeeberater in den Süden. 1964 führte Menzies die Wehrpflicht ein. 1965 wurden die ersten australischen Truppen, unterstützt durch Luftwaffe und Marine, nach Vietnam geschickt. 1966 wuchs Australiens Bindung zum Krieg und so wurden die ersten Soldaten gesandt. Die Australier errichteten ihre Basis in Phuoc Tuy Province, wo sie einige Erfolge über die Viet Kong Guerillas und das nordvietnamesische Heer verbuchten.


Der Widerstand gegen den Vietnamkrieg begann in Australien 1966. Er ging von der traditionellen Arbeiterpartei aus, die sich gegen die Wehrpflicht für Übersee-Einsätze einsetzte. In den späten 60ern weitete sich der Widerstand aus und überwand traditionelle Klassenunterschiede. Der Streit über den Vietnamkrieg war bitter und entzweiend. Die Moral über das Einmischen Australiens war ernsthaft in Frage gestellt. Junge Männer, die die Einberufung nicht befolgten oder die als Kriegsverweigerer bekannt waren, wurden verhaftet. 1970, 1971 und 1972 fanden Massendemonstrationen gegen den Krieg statt, und das Bündnis mit Amerika in Frage gestellt.


Politik


1966 trat Menzies zurück und wurde von Harold Holt als Ministerpräsident abgelöst. Holt ertrank 1967 und John Gorton wurde der nächste Ministerpräsident. Gorton führte die "Liberal-Country"-Koalition zu einem knappen Sieg über eine verjüngte "Labor"-Partei", geführt von Gough Whitlam 1969. 1971 jedoch zwangen interne Streitigkeiten Gorton zur Resignation und William McMahon wurde der nächste Ministerpräsident.


Der Wahlkampf von 1972


Der Vietnamkrieg war ein Hauptthema des Wahlkampfes von 1972 und war das erste außenpolitische Problem, das zu einem innenpolitischen wurde. Aber andere strittige Fragen waren auch wichtig, wie Erziehung und die Rolle der Frauen. 1972 wurde die "Women´s Electoral Lobby" gebildet, um die Lösungsvorschläge der politischen Parteien zu Frauenproblemen zu überprüfen. Mit dem Slogan "Es ist Zeit!", führte Whitlam die "Labor"-Partei" zum Sieg im Unterhaus. Aber für den Senat reichte es nicht, der unter der Kontrolle der "Liberal Country"-Koalition mit ihrem Verbündeten, den DLP, blieb.


Die Aktionen des Senates und des General-Gouvernour blieben umstritten. Der Senat, ursprünglich als Staatshaus gegründet, handelete wie ein politisch motiviertes Haus. Viele zweifelten an der legalen Handlung und an der Weiheit der General-Gouvernour, als er die Whitlam-Regierung absetzte.


Whitlam´s Regierung


In den ersten Monaten ihres Amtes schaffte die Regierung unter Whitlam die Wehrpflicht ab. Sie holte die in Vietnam verbliebenen Truppen nach Australien zurück, erkannte das kommunistische China an und prüfte die australische Zollpolitik.


In der Außenpolitik ging Whitlam neue Wege. Engere politische und kulturelle Kontakte mit Asien wurden geknüpft. Die "White Australia Policy" wurde abgeschafft. Papua Neuguinea wurde 1973 eine eigene Regierung und 1975 die Unabhängigkeit gewährt. Schritte wurden unternommen, dem britischen Kronrat das Beschwerderecht zu entziehen und Australiens obersten Gerichtshof zur letzten Berufungsstelle zu bestimmen.


In der Innenpolitik wurden viele Initiativen gestartet. Medibank, ein nationales Gesundheitssystem, wurde errichtet. Das Erziehungswesen wurde gefördert, besonders die Universitäten. Gelder wurden Städten für die Entwicklung bereitgestellt und Entwicklungszentren wurden jenseits der Hauptstädte errichtet. Die Regierung unterstützte die Entwicklung von Aborigines-Gesetzen und führte bahnbrechende Reformen der Grundbesitzrechte im Nordterritorium durch. Das Wahlalter wurde auf 18 Jahre hinuntergesetzt. Der "Australische Rat" wurde 1975 gebildet, um die Kunst zu unterstützen. Die australische Filmindustrie erlebte einen Boom. Gleiche Bezahlung für Frauen wurde eingeführt.


Die Whitlam-Regierung war progressiv und reformierend, aber sie wurde durch Wirtschaftsrückgang, unerfahrene Minister und durch einen eigenwilligen Senat geschwächt. Viele Regierungsentscheidungen wurden hastig beschlossen. Unerfahrene "Labor"-Minister machten Fehler. Whitlam war gezwungen, den Rücktritt von einigen Ministern zu fordern und andere abzusetzen. Konjunkturrückgang setzte ein.


Die Erlösung


1974 weigerte sich der Senat, die von der Regierung erstellten Gesetze anzuerkennen, was zu einer Koppelauflösung führte, d. h. beide Unterhäuser und der Senat wurden aufgelöst.


Die Wahlen brachten keiner Partei eine Mehrheit im Senat, obwohl die "Labor"-Partei die notwendigen Stimmen hatte, um ein Gesetz verabschieden zu können, bevor es vom Senat in einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser abgeblockt werden könnte. 1975 ging die Macht im Senat zur Koalition über. Zwei "Labor"-Ämter wurden frei und die Staatsregierungen von Neusüdwales und von Queensland besetzten diese mit Senatoren, die der Regierung abgeneigt waren. Im gleichen Jahr ersetzte Malcolm Fraser Billy Snedden als Führer der Opposition.


Eine Verfassungskrise war die Folge, und 1975 mischte sich General-Gouvemeur Sir John Kerr ein und setzte "Whitlam ab. Bei den folgenden Wahlen errang die Koalition einen landesweiten Sieg.


Die Fraser Regierung


1977 und abermals 1980 kehrte Fraser an die Macht zurück. Die australischen Demokraten wurden von Don Chipp gebildet, einem ehemaligen liberalen Minister, und hielt das Gleichgewicht der Macht im Senat von 1980 an. Whitlam trat zurück und wurde von Bill Hayden als Führer der "Labor" Partei ersetzt.


In der Außenpolitik folgte die Fraser-Regierung Whitlams Weg. Innenpolitisch kürzte sie Bundesausgaben und begann einige "Labor"-Reformen außer Kraft zu setzen. Medibank wurde zum Beispiel abgeschafft. Eine Lohnkartei wurde von der "Commonwealth Conciliation Commission" eingeführt, um die Lohnerhöhungen der Inflationsrate anzupassen. Konflikte mit den Gewerkschaften eskalierten. Die Maßnahmen der Fraser-Regierung reduzieren die Inflation jedoch nur beinahe. Der Handel mit Übersee nahm weiter ab, und ein prophezeiter Rohstoffboom blieb aus. Als die Preise steigen sank die Wirtschaft in noch tiefere Rezession und die Arbeitslosigkeit stieg.


Jüngste Entwicklungen


Die Hawke-Regierung versuchte vorsichtiger und konservativer vorzugehen als ihr Vorgänger. Ein neues nationales Gesundheitssystem, als Medicare bekannt, wurde errichtet, aber keine weiteren bedeutenderen Sozialmaßnahmen wurden durchgeführt. 1983 fand eine Gipfelkonferenz mit der Regierung, Handelsvertretern und Gewerkschaftern statt, wo einer Lohn- und Preisübereinstimmung zugestimmt wurde. Lohnkürzungen wurden zu einer wesentlichen Taktik der Regierung.


Die Hawke-Regierung traf auch strenge wirtschaftliche Maßnahmen, einen schwankenden Dollar und die Regeneration des Zinssatzes und des Banksystems, um die Wirtsschaft anzu-kurbeln. In der Mitte der 80er-Jahre stockten vielversprechende Zeichen für eine Wieder-belebung der Wirtschaft durch den Fall des Dollars, einem steigenden Handelsdefizit und einem dürftigen Budget für 1986.


Die ethnische Basis Australiens änderte sich während der 80er. Obwohl die Briten weiterhin die größte Gruppe von Einwanderern blieben, stieg das Ausmaß von Einwanderern aus Südeuropa und Asien wesentlich. Japan und Nordamerika ersetzen Europa als wichtigste Handelspartner Australien.


Australien, das 1988 das 200-Jahr-Jubiläum der europäischen Besiedelung feierte, blieb im Grunde ein europäischer Staat in einer asiatisch-pazifischen Umgebung. Aber die Kenntnis seiner geographischen Lage wurde wichtiger als je zuvor und Australien begann eine unabhängige Rolle in der internationalen Gemeinschaft einzunehmen.


Im Jahre 2000 eröffnet Australien in Sydney die 27 Olympischen Spiele der Neuzeit. Und zeigt mit einer herzergreifenden Eröffnungsfeier und kolossalen Olympiastätten, dem Rest der Welt das man hier doch nicht "Down Under "ist. In der Eröffnungsfeier wurde die Dreamtime (Erschaffungszeit) der Aborigines und dann die Erschließung des Landes durch die weißen Siedler in einer wunderschönen Show im Olympiastadion gezeigt.


Olympia 2000 große Geste an die Aborigines Entzündung des Feuers als politischer Akt.

 

Cathy Freeman entzündete das Feuer - Die Olympische Flamme ist zu einem politischen Feuer geworden. Australiens Aborigines feierten am Samstag nach der Eröffnungszeremonie in Sydney die Entzündung des Olympischen Feuers durch "ihre" 400-m-Weltmeisterin Cathy Freeman und werteten die Geste des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) als einen Schritt zur politischen Aufwertung.