|
Was heißt
" Outback " eigentlich ? dem Sinn nach würde man
sagen, draußen hinter der Stadt. Es bezeichnet Landstriche
außerhalb besiedelter Ortschaften. Ist plötzlich da und
hat aber keine genauen Grenzen. Die meisten Straßen sind gravel
roads, also Schotter - , Erd- oder Sandpisten; doch z. B. der Stuart
Highway von Adelaide über Coober Pedy und Alice Springs ist
schon lange asphaltiert und führt auch durch das Outback .
Für das Outback zählen einige characteristische Merkmale.
Dazu gehört eine geringe Bevölkerungsdichte, große
Entfernungen zwischen einzelnen Farmen oder Orten und viele Landstriche
die als Farmland genutzt werden oder unberührte Wildnisgebiete
sind. Meist ist die Versorgungsmöglichkeit eingeschränkt
und auch die medizinische Betreuung ist meist nur auf dem Luftweg
möglich. Eigentlich beginnt Outback da, wo man freiwillig auf
die Annehmlichkeiten und die Sicherheit der Zivilisation verzichtet.
Wer durch das Outback reist sollte sich nicht abschrecken lassen
von hohen Temperaturen, endlosen Wüstengebieten, Staubstürmen,
Überflutungen und vielen Meldungen über verdurstete Menschen
.Durch diese Verallgemeinerungen entstand ein Bild das dieser faszinierenden
Landschaft in keiner Weise gerecht wird.
Reisende sollten sich gut vorbereiten,
überdenken welche Ausrüstung nötig ist, wann die beste Reisezeit ist
und welche Strecken es gibt und wie man sich unterwegs helfen kann.
So kann man unberührte Natur genießen .
Leben im Outback
Dies bedeutet meist Leben im Familienkreis.Weitab von Freunden ,Nachbarn
und Vergnügungen der Städte. Zu den Besuchern gehören der Postbote,
der Pfarrer oder der Arzt.Der Besuch eines Nachbarn bedeutet
manchmal hunderte von Kilometern Fahrt. Monotonie bedeutet aber
nicht Langeweile.Kaum eine Familie würde für ein leben in der Stadt
ihre Farm aufgeben. Der Alltag beginnt zumeist früh kurz nach
Sonnenaufgang mit der gemeinsamen Arbeitsplanung. Die Hauptarbeit
auf einer Farm besteht aus Reparaturen , die Wege müssen
instandgehalten werden, Zäune repariert, Wassertanks geflickt.
Daneben stehen natürlich die Tiere im Vordergrund. Alle ein bis zwei
Jahre findet das " mustering" statt , dabei werden die Rinder
inzwischen mit Helicoptern und Motorrädern zusammengetrieben. Danach
werden sie sortiert nach Schlachtvieh und Jungtieren, bekommen
Kennzeichen.
Während die Männer draußen arbeiten, beginnt für
die Frauen die Arbeit im Haus. Es muß alles erledigt werden
was nebenbei noch anfällt, Büroarbeit, Kochen , Gartenarbeit,
Überwachung von Schularbeiten usw. Oft ist die Mehrfachbelastung
anstrengender als die Arbeit der Männer. Für die Kinder
scheint das Farmleben unseren Vorstellungen nach nicht angenehm
zu sein. Die Spiele mit den Schulkameraden entfallen, es sind weite
Wege zu überwinden.
Manche Kinder werden über die School of the air über Funk
unterrichtet weil sie nicht zu einer Schule gelangen können.Erst
wenn die Grundschule absolviert ist, gehen die Farmkinder meist
in ein Internat in die Stadt. Dies ist ein entscheidender Schritt
der nicht leichtfällt, aber nur so ein angemessenes Bildungsniveau
erreicht werden kann.
|